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Pressemitteilungen
30.03.2017

Europäischer Sozialfonds (ESF) im Landkreis Tuttlingen - Geförderte Projektträger stellen sich im Landratsamt vor

Der Europäische Sozialfonds (ESF) fördert im Landkreis Tuttlingen seit 16 Jahren arbeitsmarktorientierte Projekte. „Rund 4 Mio. Euro Fördergelder sind seither in den Landkreis geflossen“, freut sich Landrat Stefan Bär und betont: „Viele soziale Projekte zur Verhinderung von Langzeitarbeitslosigkeit konnten damit finanziert und angestoßen werden.“

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Die Teilnehmenden beim ESF-Informationsforum (v.l.n.r.): Isabell Riklin (Frauenhaus), Joachim Schwarzfischer (Jobcenter), Johannes Mauch (Pro Job), Juliane Schmieder (Frauenhaus), Ulrike Gass (Pro Job), Marianne Trendle (BBQ), Matthias Wonde (BfZ), Monika Schmitt (BfZ), Michael Jäger (BfZ), Dennis Beganovic (BBQ), Thomas Kreuz (ESF-Beratungsstelle beim Landkreistag), Elke Wenzler (Jobcenter) und Ulrich Schulz (Mutpol).

Die Projektträger unterstützen mit ihrer Arbeit sozial benachteiligte Gesellschaftsgruppen beim Einstieg ins Berufsleben. Vor allem Langzeitarbeitslose und Jugendliche stehen bei den Projekten besonders im Fokus. Die jährliche Förderung durch die EU beläuft sich auf durchschnittlich rund 200.000 Euro im Jahr. Für 2017 fließen insgesamt 180.000 Euro in den Landkreis Tuttlingen.
Anlässlich eines Informationsforums im großen Sitzungssaal des Landratsamtes präsentierten sich vor wenigen Tagen die Projektträger, die im Jahr 2017 durch die EU gefördert werden, und stellten ihre Projekte vor. Zielgruppe dabei sind Langzeitarbeitslose, Schüler, Auszubildende und Alleinerziehende.

„Die Veranstaltung lief erstmals in diesem Format ab. Unter anderem waren Mitarbeiter des Kommunalen Jobcenters, des Amtes für Familie, Kinder und Jugend und zahlreiche soziale Träger eingeladen“, so der Vorsitzende des ESF-Arbeitskreises und Sozialamtsleiter Hermann Ristau. Als Hauptreferenten konnte der Arbeitskreis Thomas Kreuz von der ESF-Beratungsstelle des Landkreistages Baden-Württemberg gewinnen.

Folgende Projekte erhalten im Jahr 2017 eine ESF-Förderung und wurden bei der Informationsveranstaltung vorgestellt:

  1. Das Projekt „AidA 17-18“ des BBQ Berufliche Bildung gGbmH ist eine Qualifizierungsmaßnahme, die in Teilzeit angeboten wird. Mit ganzheitlichem Ansatz trägt sie dazu bei, Alleinerziehende in Arbeit zu integrieren und deren Familie auf den beruflichen Wiedereinstieg vorzubereiten. Damit soll Armut verhindert und die Chancengleichheit verbessert werden.
  2. Die Förderung alleinstehender Langzeitarbeitsloser, die sehr weit vom Arbeitsmarkt entfernt sind, steht beim Bildungsträger Pro Job gGmbH Tuttlingen im Vordergrund. Elemente sind aufsuchende Hilfe in der Einstiegsphase, Seminare und Gruppenarbeit.
  3. Das Frauenhaus Tuttlingen erhielt den Förderzuschlag für ein zweijähriges Nachsorgeprojekt, in das Frauen nach dem Aufenthalt im Frauenhaus aufgenommen werden können. Weil häusliche Gewalt den Integrationsbemühungen vieler Frauen entgegensteht, zielt die Nachsorgeberatung des Frauenhauses darauf ab, die Stabilisierung der Betreuten in den Bereichen Alltag, Wohnen, Erziehung und Arbeit wiederherzustellen.
  4. Um leistungsschwachen Schülern und Auszubildenden den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, werden zwei Förderprojekte der Jugendberufshilfe mit ESF-Mitteln subventioniert: „Fit für den Job“ des BfZ Berufliches Förderungszentrum Möhringen gGmbH und „Jugendberufshilfe“ der Mutpol - Diakonische Jugendhilfe Tuttlingen e.V. Die Jugendberufshelfer beider Einrichtungen unterstützen Jugendliche und junge Erwachsene im Übergang von Schule zu Beruf, beispielsweise durch Bewerbungstrainings, Individualförderung oder Betriebsbesichtigungen.

Die Projekte starteten am 1. Januar 2017. Bei einer Diskussion über die ersten Ergebnisse nach dreimonatiger Laufzeit zeigten sich die Projektverantwortlichen mit der Entwicklung und den Fortschritten in den Maßnahmen zufrieden. Die Mittel aus dem ESF seien sinnvoll investiert und ermöglichen Ansätze außerhalb des Regelwerks der Sozialgesetzbücher.