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Blick auf die Gemeinde Aldingen

Gemeinde Aldingen

Aldingen am Fuße der Schwäbischen Alb gelegen, blickt auf eine reiche Vergangenheit zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 802, als unter der Regierung Kaiser Karls ein gewisser Erlobald, wahrscheinlich der Graf der Berchtoldsbaar, seinen gesamten Besitz in Aldingen dem Kloster Sankt Gallen übereignete. Wie alle "ingen-Orte" ist auch Aldingen eine Alemannensiedlung. Wahrscheinlich ist der Ort in der Zeit nach 300 entstanden, als die Römer dem kräftigen Ansturm der vordringenden Germanen wichen und über die Donau zurückgingen.
Zu den ältesten Wahrzeichen des Ortes, wenn auch nicht mehr in der ursprünglichen Form und Gestalt, gehört die Pfarrkirche Aldingen, die an der Giebelseite die Jahreszahl 1720 und über der Eingangstür das in roten Sandstein gehauene württembergische Wappen trägt (Aldingen kam im Jahr 1444 zu Württemberg). Der an der Nordseite stehende Turm ist älter und trägt die Jahreszahl 1593. Die einst bäuerliche Gemeinde hat im Laufe der Jahrhunderte völlig ihr Gesicht verändert. Aus kleinsten Anfängen entwickelte sich eine bedeutende feinmechanische Industrie, deren schwäbische Präzisionsarbeit in allen Erdteilen geschätzt ist und die den Namen der Gemeinde in alle Welt hinausgetragen hat.

Mit diesem grundlegenden Strukturwandel ist auch die Bevölkerungszahl der Gemeinde gewaltig gewachsen. Eine ausgedehnte Bautätigkeit setzte ein, neue Ortsteile entstanden. Die Entwicklung von Aldingen ist aber keineswegs abgeschlossen. Auf allen Gebieten des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens zeigen sich deutliche Ansätze weiteren Aufstiegs.

Zusammen mit dem Nachbarort Aixheim, der durch die Gemeindereform 1975 in die Gemeinde Aldingen eingegliedert wurde, zählt Aldingen heute rund 7.600 Einwohner. Aldingen ist eine Gemeinde mit Zukunft, aber auch mit einer reichlichen geschichtlichen Vergangenheit.

Geschichte

Die Gemeinde Aldingen auf der linken Talseite der Prim wurde 802 zum erstenmal urkundlich erwähnt. Die Klöster Sankt Gallen und Allerheiligen in Schaffhausen waren hier begütert. Als Bestandteil der Herrschaft Karpfen kam der Ort 1444 an Württemberg. Aldingen, wohl der »städtischste« Ort der Herrschaft Karpfen, blieb bei der Neubelehnung der Herrschaft 1491 an Hans Wirtemberger, dem Begründer der neuen Linie von Karpfen, direkt dem Amt in Tuttlingen unterstellt. Da Aldingen zu Altwürttemberg gehörte, wurde im Ort die Reformation durchgeführt. Der bekannte Theologe Berthold Haller, der spätere Reformator von Bern und Freund Melanchthons, wurde 1492 hier geboren. Von 1810 bis 1938 gehörte Aldingen zum Oberamt Spaichingen und seit 1938 zum Kreis Tuttlingen. Die jetzige evangelische Mauritiuskirche ist eine Erweiterung des dritten Baus an der gleichen Stelle. 1720 wurde er vollendet. Die Kirche wurde 1967 im Innern restauriert, wobei archäologische Untersuchungen bemerkenswerte Ergebnisse zutage brachten. Demnach soll Aldingen einer der wenigen Siedlungsplätze sein, die sich bis ins 4. Jahrhundert sicher verfolgen lassen. Die Kirche fällt durch ihre barocke Bemalung im Schiff und im Chor besonders auf. Auch die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert ist sehr schön. Aus der Kirche des abgegangenen Ortes Dellingen, der jetzt auf Gemarkung Aldingen liegt, stammt das Altarbild mit Predella. 1964 wurde die katholische Kirche Unserer Lieben Frau gebaut. Seit 1980 eigene katholische Pfarrei.

Von Aixheim hören wir erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1086, in der ein Adliger Beno von Aixheim genannt ist. Angehörige dieser Familie sind bis 1306 bezeugt. Grundbesitz im Ort hatten im Mittelalter zahlreiche Adelsgeschlechter und Klöster, daneben Rottweiler Patrizier, von denen die seit Beginn des 14. Jahrhunderts in Aixheim nachweisbaren Gruler (Gruwel) eine besondere Rolle spielten. Im Laufe der Zeit gelang es dem Reichsstift Rottenmünster die Ortsherrschaft sowie 2/3 von Grund und Boden, im Jahr 1624 schließlich auch die hohe Gerichtsbarkeit, an sich zu bringen. 1802 wurde Aixheim württembergisch.