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ehemaliges Areal der Harmonikafabrik Hohner

Stadt Trossingen

Kaum eine andere Stadt ist in ihrer Geschichte so von Musik geprägt worden wie Trossingen. Daraus ergibt sich eine besondere und vielseitige Mischung: Musikstadt und Wirtschaftsstandort, traditionsbewusst und innovativ.

In Trossingen gibt es viel zu entdecken:

Wussten Sie schon, dass hier im Deutschen Harmonikamuseum die weltweit umfangreichste Sammlung von Mundharmonikas zu bewundern ist? Dass die Stadt über ein Konzerthaus verfügt, das für seine exzellente Akustik und sein erstklassiges Konzertprogramm nicht nur in Fachkreisen bekannt ist? Dass in Trossingen komplette Dinosaurierskelette ausgegraben wurden und man diese heute im Museum Auberlehaus besichtigen kann? Dass hier die älteste noch betriebsbereite elektrische Eisenbahn der Welt zu Hause ist? Dass der Bürgermeister hier zu offiziellen Empfängen nicht Sekt und Häppchen reicht, sondern Rotwein und Hefezopf – die “Trossinger Morgensupp“? Sie sehen, es gibt viel zu entdecken…

Und Trossingen bietet noch mehr:

Mit seinen 15.000 Einwohnern ist Trossingen die zweitgrößte Stadt im Landkreis Tuttlingen – und bietet alle Vorteile einer Kleinstadt. Auf überschaubarem Raum ist hier alles versammelt, was man zum täglichen Leben braucht, angefangen bei den Krippen und Kindergärten, den Schulen, den Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten vor Ort, dem Gesundheitswesen, den Angeboten für Senioren bis hin zu den zahlreichen Freizeitmöglichkeiten durch die Trossinger Vereine und den kulturellen Einrichtungen in unserer „Musikstadt“.

Musikstadt und Wirtschaftsstandort:

Durch die Mundharmonikaproduktion (siehe Beitrag Geschichte) ging von Trossingen aus der Name “Hohner“ in alle Welt. Heute macht die Stadt vor allem mit ihren musikalischen Einrichtungen weltweit von sich “hören“. Die Musikhochschule holt mit ihren Studenten internationales Flair nach Trossingen, das Hohner-Konservatorium, die Musikschule und die Bundesakademie für musikalische Jugendbildung sorgen dafür, das der musikalische Nachwuchs nicht ausgeht – von den zahlreichen Musikvereinen ganz zu schweigen. Das Konzerthaus lockt seine Zuhörer mit einem erstklassigen Kulturangebot, in der „Kulturfabrik Kesselhaus“ haben Blues und Jazz ihren Platz. 

Ein breites Spektrum an Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung bildet heute das wirtschaftliche Fundament der Stadt. Sie alle profitieren von den günstigen Rahmenbedingungen, die der Wirtschaftsstandort Trossingen für Unternehmen bietet: eine gute Infrastruktur, interessante Gewerbeflächen, günstige Verkehrsanbindungen, ein attraktives städtisches Umfeld, das Fachkräfte aus der ganzen Region anzieht, und eine moderne, flexible Stadtverwaltung, die sich gegenüber der Wirtschaft vor allem als Dienstleister versteht. Das Wirtschafsforum, ein zweimonatlich bei wechselnden Gastgebern aus der Wirtschaft stattfindendes Treffen von Wirtschaftsvertretern und Vertretern der Stadt, bietet Gelegenheit zum regelmäßigen informellen Austausch.

Ortsteil Schura

Schura liegt etwa einen Kilometer südlich von Trossingen. Wenige hundert Meter nördlich des Bachlaufs der Schönbach durchzieht die Europäische Wasserscheide das Dorf. Schura konnte sich dank einer sehr gut funktionierenden Dorfgemeinschaft, in der sich die bürgerliche Gemeinde, die Kirchengemeinde und die Vereine aktiv und harmonisch betätigen, seine Identität nach der 1971 erfolgten Eingemeindung in die Stadt Trossingen erhalten. Nicht nur beim Dorffest in Schura, welches alle zwei Jahre stattfindet, sondern auch sonst im Alltag wird bewiesen, wie positiv sich Bürger zum Nutzen des gesamten Gemeinwesens einbringen können. Das Schuremer Typikum, Kommunalpolitik beim Hammeleintopf zu betreiben, geht auf die Stiftung eines Schafhalters im Jahr 1952 zurück, der erstmals einen Hammel für ein gemeinsames Bürgeressen spendierte. Diese neue Einrichtung zog damals Kreise. In der ganzen Bundesrepublik berichteten Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen darüber...

Sie sehen, das Leben in Trossingen mit seinem Ortsteil Schura ist geprägt von der harmonischen Koexistenz von alt und neu, Vergangenheit und Zukunft geben sich hier die Hand - und bilden den außergewöhnlichen Charakter unserer Musikstadt. 

Geschichte

Funde aus der Steinzeit und aus der vorrömischen Metallzeit lassen darauf schließen, dass die Gegend um Trossingen schon vor den Römern und Alemannen besiedelt war. Trossingen selbst lag in einem der Kerngebiete des alemannischen Herzogtums, das 748 dem Machtbereich der fränkischen Könige angegliedert wurde. Als das Kloster Sankt Gallen im Jahre 797 in Trossingen Besitz erhielt, ist der Ortsname erstmals urkundlich erfaßt worden.

Im späten Mittelalter dann wechselte die Herrschaft ständig, bis 1444 Graf Ludwig von Württemberg die Herrschaft Lupfen und Karpfen erwarb. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Trossingen dem Erdboden gleichgemacht. Außer der Kirche und dem Pfarrhaus blieben ganze drei Bauernhäuser stehen; die Bevölkerung wurde von 1100 auf etwa 150 Einwohner vielfach dezimiert. Großen Schaden erlitt der Ort in den Jahren 1673 bis 1714 und während der Revolutionskriege wie auch der Napoleonischen Feldzüge. Das heutige Trossingen bestand ursprünglich aus zwei getrennten Ortsteilen, nämlich Niederhofen (Untertrossingen oder Unterdorf) und Sontheim (Obertrossingen oder Oberdorf).

Dazwischen stand die sogenannte Jurisdiktionslinde, welche bis 1805 die Grenze der württembergischen Blutgerichtsbarkeit markierte. 1483 kamen Siedlung und Markung Talhausen dazu, die der Reichsstadt Rottweil abgekauft worden waren; seither wird der Rottweiler Reichsadler im Ortswappen geführt. War Trossingen anfangs von bäuerlichem Charakter geprägt, so gab es bereits im 18. Jahrhundert Handwerker, wie Töpfer, Schuhmacher, Schreiner und Schneider. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich ein umfangreiches Hausgewerbe vor allem in der Textilverarbeitung. Von Schwenningen aus machte sich zwischen 1820 und 1830 die Uhrenindustrie ansässig, die später der sich rasch verbreitenden Musikinstrumentenherstellung wich. Deren Anfänge reichen bis ins Jahr 1827 zurück.

Damals nämlich versuchte Christian Messner, in Trossingen allgemein "Zeug Christe" genannt, eine Mund-Harfe erstmals selbst herzustellen. Nach zähem Ringen stellte sich der große Erfolg ein, der für Trossingens Entwicklung richtungsweisend war, und damit auch vielen Bewohnern der Baar neue Erwerbsquellen erschloss.

1855 machte sich Christian Weiss, ein Neffe des Harmonikaproduzenten Messner, selbständig. Sein Betrieb entwickelte sich zur renommierten „Württembergischen Harmonikafabrik Ch. Weiss“. Zwei Jahre später folgte ein anderer junger Mann: Matthias Hohner, der von der Uhren- zur Harfenmacherei überwechselte, er gründete die größte Harmonikafabrik der Welt und kann als berühmtester Sohn Trossingens gelten. 

Mit dem Industriezeitalter hielten in Trossingen auch andere Branchen Einzug. Überhaupt entwickelte sich Trossingen im Sog seiner aufstrebenden Weltindustrie vom abgelegenen Pfarrdorf zu einer modernen Gemeinde mit städtischer Infrastruktur. Im Jahr 1927 wurde Trossingen die Stadtrechte verliehen.

Schura wurde im Jahr 851 erstmals urkundlich erwähnt. Damals war der Ort Teil der Bertholdsbaar und - wie Trossingen - Bestandteil der Herrschaft Lupfen. Im Jahr 1282 wurde Schura wie seine Nachbarorte Trossingen, Weigheim, Tuningen und Durchausen Teil der Grafschaft Baar und war mit dieser an den Grafen Heinrich von Fürstenberg verliehen. Seit 1444 ist Schura württembergisch, es bestehen jedoch noch bis zu den Umwälzungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts weiter Ansprüche anderer Herrschaften. Beispielsweise unterhält das Domkapitel Konstanz in Schura eine Zehntscheuer. Die Zehntscheuer, die heute im Schuraer Wappen abgebildet ist, wurde 1739 errichtet und wegen Baufälligkeit 1968 abgebrochen.