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12.01.2018

Landrat Stefan Bär tauscht sich mit dem Vorstand des Diakonischen Werks Württemberg aus

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(v.r.n.l.): Landrat Stefan Bär, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Eva-Maria Armbruster, Sozialdezernent Bernd Mager, Dekan Se-bastian Berghaus, Geschäftsführer Dennis Kramer.

Zu einem Gespräch empfing Landrat Stefan Bär den Vorstand des Diakonischen Werks Württemberg, vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden Oberkirchenrat Dieter Kaufmann sowie Eva-Maria Armbruster, Vorstand für Sozialpolitik, am 10. Januar 2018 im Landratsamt Tuttlingen. An dem Austausch nahmen auch Dekan Sebastian Berghaus, der Geschäftsführer der Kreisdiakoniestelle Dennis Kramer sowie der Sozialdezernent des Landratsamtes Bernd Mager teil.

Im Vordergrund des Gesprächs standen sozialpolitische Themen sowie auch die Zusammenarbeit zwischen Diakonie und Landkreisverwaltung. „Im Landkreis Tuttlingen können wir auf örtlicher Ebene auf eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Diakonie vertrauen“, unterstrich Landrat Stefan Bär und verwies auf das langjährige Netzwerk zwischen Diakonie und Verwaltung. „Uns ist wichtig, dass wir als Diakonie mit den Verantwortliche für die Sozialpolitik im Landkreis vertrauensvoll und zum Wohl der Menschen, die Unterstützung brauchen, zusammenarbeiten“, betonte Oberkirchenrat Dieter Kaufmann.

Besonderes Interesse zeigten die Vertreter des Diakonischen Werks an den Themen Inklusion und Integration. „Insgesamt besteht die größte Herausforderung im sozialen Bereich darin, dass es an Fachpersonal mangelt“, erläuterte Landrat Stefan Bär. So stellt das Thema Inklusion die Schulen im Landkreis vor allem aufgrund des Mangels an Sonderpädagogen vor Probleme. Für die Gemeinden im Landkreis sind darüber hinaus die baulich notwendigen Maßnahmen zur Schaffung der Barrierefreiheit oder das Finden von Lernbegleitern herausfordernd.

Auch das neue Bundesteilhabegesetz bringt Änderungen im Landkreis Tuttlingen mit sich. Die Behindertenhilfe ist bereits der größte Aufgabenblock im Sozialhaushalt des Landkreises. Das neue Gesetz beinhaltet vor allem Chancen und Verbesserungen für Behinderte, bringt jedoch auch neue Ansprüche und gesteigerte Kosten mit sich. „Diese Themen müssen wir im Auge behalten“, betonte Landrat Stefan Bär. „Darüber hinaus ist uns wichtig, einen Wandel hin zu vermehrten dezentralen Angeboten und ambulanten Strukturen zu vollziehen.“ Auch Oberkirchenrat Dieter Kaufmann bestätigte die Vorteile eines Wandels. „Die Umsetzung des neuen Gesetzes wird allerdings einige Zeit benötigen. Gerade im Sinne der Betroffenen ist ein behutsamer Übergang zu neuen Strukturen besonders wichtig“, unterstrich er.

Im Bereich der stationären Pflege ist der Landkreis gut aufgestellt, setzt auf die Netzwerkarbeit vor Ort sowie auch auf die Vielfalt der Träger. „Im Bereich der Kurzzeitpflege verzeichnen wir allerdings einen Mangel. Aus diesem Grund haben wir dieses Thema aufgegriffen und schaffen finanzielle Anreize für Betreiber von Kurzzeitpflegeplätzen, um den Bereich ausbauen und den Bedarf decken zu können“, so Landrat Bär.

Des Weiteren tauschten sich die Vertreter des Diakonischen Werks und der Landrat auch über die Integration von Flüchtlingen aus. Dazu verwies der Landrat auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Gemeinden und die dezentrale Strukturen im Landkreis Tuttlingen. „Wir befinden uns auf einem guten Weg und arbeiten gemeinsam mit den Gemeinden an einem reibungslosen Übergang der Flüchtlinge von der Gemeinschafts- in die Anschlussunterbringung in den Gemeinden. Rund zehn Integrationsmanager werden zur Betreuung der Flüchtlinge ab diesem Frühjahr flächendeckend im Landkreis eingesetzt. Darüber hinaus können wir nach wie vor auf viele aktive Helferkreise zählen“, freute sich Sozialdezernent Bernd Mager. „Besonderen Wert haben wir von Beginn an auf die sprachliche Qualifizierung der Menschen, die zu uns in den Landkreis kommen, gelegt. Dies zeigt bereits erste Erfolge, indem Flüchtlinge in Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden konnten“, führte Bernd Mager aus.

Zu den großen Herausforderungen gehört allerdings der Mangel an sozialem Wohnbau. „Den Wohnraummangel bekommen die Gemeinden nicht nur im Hinblick auf die Schaffung der notwendigen Plätze für die Anschlussunterbringung zu spüren. Auch viele Betriebe, die auf der Suche nach Fachkräften für ihre Unternehmen sind, beklagen den Mangel an geeignetem Mietwohnraum“, deutete Landrat Bär an.

Insgesamt freuten sich die Vertreter des Diakonischen Werks sowie auch Landrat Stefan Bär und Sozialdezernent Bernd Mager über den offenen Dialog und den konstruktiven Austausch miteinander. Beide Seiten bestätigten, die gute Kommunikation beizubehalten und auch die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen mit auf die Agenda zu nehmen, um Impulse in sozialpolitischen Themen im Landkreis zu setzen.