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25.02.2021

Bewegungspass: Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg und der Landkreis Tuttlingen unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

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Die meisten deutschen Kinder bewegen sich weniger als eine Stunde am Tag, so eine WHO-Studie. In Deutschland sind das rund 84 % der Kinder. Mögliche Ursache dafür sind eine zunehmende Urbanisierung und Technisierung der Lebenswelt. Doch der Bewegungsmangel kann für massive Gesundheitsprobleme sorgen, zum Beispiel zu Übergewicht führen und sich außerdem auf weitere Entwicklungsbereiche der Kinder auswirken. Die in Baden-Württemberg verpflichtende Einschulungsuntersuchung (ESU) leistet jährlich einen wichtigen Beitrag, um mögliche Auffälligkeiten innerhalb der relevanten Entwicklungsbereiche von Kindern frühzeitig ausfindig zu machen. Neben Daten zur Motorik stellt die sogenannte ESU auch Ergebnisse zu Körpergewicht und Sprachfähigkeit ins Zentrum ihres Erkenntnisinteresses. „Der Bericht von 2019 zeigt, dass die Kinder im Landkreis Tuttlingen vor allem in den Bereichen Motorik, Sprachfähigkeit und Körpergewicht Defizite aufweisen, die jedoch durch gezielte Förderungen abgefedert werden können“, bestätigt Sylvia Broschk, Geschäftsführerin der Kommunalen Gesundheitskonferenz, die Zahlen. Broschk ist überzeugt, dass mithilfe des Bewegungspasses häufigem Bewegungsmangel und dessen negativen Folgen entgegengewirkt werden kann. Sie vertritt die Auffassung, dass durch Bewegung unter anderem die geistige sowie soziale Entwicklung der Kinder gefördert wird. Außerdem erfahren die Kinder viel über ihren eigenen Körper, sich selbst und ihre Umwelt. Im Rahmen von Bewegung erproben sie sich, kommunizieren im Spiel, entwickeln Selbstvertrauen und lernen den Umgang mit Erfolg und Misserfolg. „Es ist anerkannt, dass durch Bewegung zahlreiche Faktoren - auf körperlicher, motorischer, kognitiver und sozialer Ebene sowie bei der Sprach- und Wahrnehmungsentwicklung - positiv beeinflusst werden“, betont Landrat Stefan Bär gegenüber der Presse. Außerdem bedankt er sich bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg ohne deren finanzielles Engagement ein solches Projekt nur schwer zu realisieren gewesen wäre. „Kinder sprühen vor Bewegungsfreude. Wenn wir diese Freude aktiv aufgreifen, können wir sie an die Themen Bewegung und gesunde Ernährung nachhaltig heranführen. Körperliche Fitness unterstützt das Selbstwertgefühl ein Leben lang und entlastet nicht zuletzt auch unser Gesundheitssystem“, sagt Klaus Herrmann, Geschäftsführer der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. „Der Bewegungspass ergänzt daher unser Präventionsangebot im Bereich Kindergesundheit ideal,“ so Hermann.

Über das Projekt und die Zusammenarbeit

Die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg ist Kooperationspartner des Bewegungspasses und begleitet das Projekt in der Zeit vom 01.03.2021 bis zum 28.02.2025. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 75.000 Euro für die gesamte Projektlaufzeit von vier Jahren. Der Landkreis Tuttlingen übernimmt die Personalkosten für die Projektkoordinatorin im Umfang von 0,2 % Vollzeitäquivalent. Die AOK stellt für das Projekt einen Förderbetrag von 25.000 Euro zur Verfügung. Aus diesen Fördermitteln wird außerdem das Honorar für eine Multiplikatorin beglichen sowie Sachkosten für beispielsweise die Bewegungstaschen, Druckkosten für Bewegungspässe und Spielesammlungen. 

Der Bewegungspass soll eine wichtige Unterstützung der Bewegungsförderung für 2 bis 7-jährige Kinder im Landkreis Tuttlingen sein. Der Bewegungspass wird zunächst in den Kindertagesstätten angeboten. In Kitas besteht eine gute Erreichbarkeit der Kinder und ihrer Eltern, unabhängig sozialer Unterschiede. Die Nachhaltigkeit des Projekts wird dabei von Anfang an mitgedacht: Damit diese gesichert ist, werden Zertifizierungsschulungen für Erziehungsfachkräfte vor Ort im Landkreis angeboten und durchgeführt. Die eintägige Zertifizierungsschulung für die Erziehungsfachkräfte ist kostenfrei. Ebenso kostenlos erhält jede Kindertageseinrichtung eine Bewegungstasche mit unterschiedlichen Materialien sowie eine Spielesammlung mit 80 Spielideen. Die pädagogischen Fachkräfte können damit die Bewegungsfertigkeiten auf kleinem Raum, mit wenig Materialien, drinnen und draußen mit den Kindern üben. Kinder, die eine Fertigkeit erlernt haben, erhalten als Belohnung die sehr beliebten Drachenaufkleber. 

Abschließend bringt auch Ingo Marot, der Leiter Produktmanagement, Marketing und Gesundheitsförderung, seine Begeisterung für das Projekt zum Ausdruck: „Wir arbeiten bereits seit Langem eng mit dem Landratsamt Tuttlingen zusammen, wie zum Beispiel auch bei dem Projekt Püppchen, das sich mit Essstörungen bei jungen Heranwachsenden beschäftigt und in weiterführenden Schulen stattfindet. Gerade in dieser Entwicklungsstufe der Heranwachsenden ein besonders wichtiges Thema. Unsere Projekte lassen wir uns auch von Corona nicht nehmen und reagieren flexibel auf die aktuelle Situation. Wir starten also mit unserem Projekt „Bewegungspass“ so schnell wie möglich. Darauf freuen wir uns schon.“