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Pressemitteilungen
23.07.2021

Corona-Bericht KW 29 // Anstieg der Fallzahlen auf Inzidenz über 10

Anfang Juli gingen die Fallzahlen im Landkreis Tuttlingen merklich zurück. Über 14 Tage lang verzeichnete das Gesundheitsamt lediglich drei neue positive Fälle. Insgesamt haben sich im Juli 2021 bisher insgesamt 27 Personen mit Corona infiziert.

Aktuelle Fallzahlentwicklung

Infolge des EM-Endspiel Italien gegen England kam es durch eine Public-Viewing-Veranstaltung zu einem Ausbruchsgeschehen in der Stadt Spaichingen, dem bisher allein 14 der 27 Fälle zugeordnet werden konnten. Weitere 5 Fälle sind Reiserückkehrer. Zum Ende dieser Woche scheint sich die Lage wieder stabilisiert zu haben. Für heute wurden keine neuen positiven Fälle festgestellt, der Inzidenzwert liegt somit bei 13. „Der leichte Anstieg der Fallzahlen war so im Grunde zu erwarten. Aktuell besteht kein Anlass zur Sorge, denn wir liegen immer noch weit unter den Zahlen in der dritten Welle und auf Höhe des Landesdurchschnitts. Erfreulich ist zudem, dass keiner der neuen Fälle so schwere Krankheitsverläufe aufweist, dass eine Krankenhausaufnahme notwendig wurde“, fasst Landrat Stefan Bär die aktuelle Situation zusammen. „Dennoch sollte diese Entwicklung natürlich nicht ungebremst so weitergehen. Wir appellieren deshalb, sich auch weiterhin an die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln zu halten.“

Impfungen sind ein wichtiger Baustein für den Weg aus der Krise

Ganz entscheidend wird die Steigerung der Impfquote sein. „Mit der Impfung haben wir ein wirksames Instrument, mit dem sich jeder Einzelne selbst aber auch die Gesellschaft vor schwerer Erkrankung schützen kann“, ist Bär überzeugt. „Ziel ist es, bis zum Herbst die Impfquote deutlich zu steigern, so dass für die Herbst- und Wintermonate ein Wiederaufflammen der Pandemie verhindert werden kann.“ Gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Ausbruchs in Spaichingen ist es wichtiger denn je, dass Impfberechtigte – und das sind alle Bürgerinnen und Bürger über 16 Jahre – die Impfangebote annehmen und somit einen wichtigen Beitrag zum Wohle aller leisten. Mit dem mobilen Impfbus und dem freien Impfen ohne Termin im KIZ ist dies mittlerweile schnell und problemlos möglich. „Wir können allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot machen“, weist der Landrat auf die vielfältigen Zugangsmöglichkeiten hin. Mittlerweile sind Impfungen ohne vorherige Terminvergabe möglich. Jeder Impfwillige hat die Möglichkeit sich eine Erst- oder Zweitimpfung jederzeit zu organisieren. Neben dem KIZ, das täglich zwischen 8 Uhr und 16 Uhr geöffnet ist, tourt ein mobiles Impfteam mit einem Bus durch den Landkreis und gastiert, immer zwischen 8 Uhr und 12 Uhr und zwischen 13 Uhr und 16 Uhr, an öffentlichen Plätzen in den Gemeinden.

Risiko für Corona-Neuinfektionen liegt bei Reiserückkehrern

Der Anstieg im Herbst des vergangenen Jahres war vor allem durch Reiserückkehrer verursacht. Im letzten Sommer lag der Anteil der Reiserückkehrer an den gesamten Corona-Neuinfektionen bei rund 75 Prozent. Dies gilt es in diesem Jahr zu verhindern. Bekanntlich müssen sich Reiserückkehrer und Urlauber aus Risikogebieten, aus Hochrisikogebieten und Variantengebieten vor der Einreise nach Deutschland registrieren und die Quarantänevorschriften beachten.

Durch die vom Bund und Land eingeführte Testpflicht, die erforderliche Registrierung bei Einreise und die eingeführten Quarantänevorschriften bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten wurden Maßnahmen eingeführt, die den erwarteten Anstieg an COVID-Infektionen dämpfen sollen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Quarantänezeit ausgesetzt oder verkürzt werden. Dies hängt unter anderem davon ab, ob man aus einem Risikogebiet, einem Hochrisikogebiet oder gar Variantengebiet kommt. Aus bestimmten Reiseländern ist ein „Freitesten“ nach 5 Tagen möglich. Dies muss jedoch dokumentiert werden. Ferner weist das Gesundheitsamt ausdrücklich darauf hin, dass Geimpfte bei den Quarantäneregelungen Vorteile genießen. „Bei Rückkehr aus einem Risiko- oder Hochrisikogebiet gilt für geimpfte Personen keine Quarantänepflicht.  Wer geimpft ist und aus einem Variantengebiet zurückkehrt, der muss sich allerdings ebenfalls den geltenden Quarantänebestimmungen unterwerfen“, erklärt Landrat Bär. 

Neue App der EU liefert tagesaktuelle Informationen für Reisende

Die Einreisevorschriften und Corona-Auflagen in den europäischen Ländern ändern sich teilweise im Wochenrhythmus. Für Urlauberinnen und Urlauber ist es da nicht ganz leicht, den Überblick zu behalten. Das Robert Koch-Institut (RKI) führt zwar eine Liste der Risikogebiete, und das Auswärtige Amt informiert über Einreiseregeln. Doch was genau für das jeweilige Reiseziel gilt, ist oft unklar. Wer auf Nummer sicher gehen will hat die Möglichkeit, sich auf der Seite des RKI zu informieren oder kann sich die neue App der EU herunterladen.

Die Europäische Kommission hat daher eine Info-Webseite aufgesetzt, die zum Beispiel über Testanforderungen bei der Einreise und Corona-Maßnahmen vor Ort informiert. Sie ist unter reopen.europa.eu/de abrufbar und auch in Form einer App für iOS-und Android-Smartphones zu erreichen.

Alle Reiseländer der EU sind auf dieser App aufgeführt. Für das jeweilige Reise- und Urlaubsland kann man u. a. folgende Informationen erhalten:

-          Welche Vorschriften gelten für die Einreise in das jeweilige Land?

-          Welche Regelungen gelten, wenn ich aus diesem Reiseland zurückkehre?

-          Welche allgemein gültigen Corona-Maßnahmen gelten im jeweiligem Reiseland?

Die Informationen werden ständig aktualisiert und sind in 24 Sprachen verfügbar. Dies sollte Ihnen helfen, Ihre Reise in Europa zu planen.

Auflagen für Testzentren werden künftig verschärft

In der jüngsten Vergangenheit sorgte die mangelhafte Einhaltung von Hygienestandards in Testzentren immer wieder für Unmut. Viele beschwerten sich darüber, dass der Mindestabstand nicht eingehalten wurde, dass das Personal keine Masken oder Handschuhe trüge, in Abläufe nicht richtig eingewiesen sei und diese somit unkoordiniert verliefen. Bereits am 17. Juli informierte das Gesundheitsamt über die relevanten Änderungen der neuen Corona-Testverordnung. Seit dem 20. Juli entfällt die Beauftragung von Testzentren. Deshalb gilt: Wer weiterhin als Leistungserbringer tätig sein möchte, benötigt eine Einzelbeauftragung durch das Gesundheitsamt. „Die Anforderungen an die Testzentren durch die neue Test-Verordnung sind enorm gestiegen, so dass hierdurch eine Selektion stattfinden wird. Alle Testzentren müssen in Zukunft durch eine Einzelbeauftragung durch uns beauftragt werden. Ebenso muss eine erneute Anmeldung bei der Kassenärztlichen Vereinigung und die Anbindung an die Corona-Warn-App zur Erstellung des EU-Zertifikates gewährleistet sein“, erklärt die Pandemiemanagerin Sabrina Wurdak. Ausgenommen sind Arztpraxen, Apotheken und Hilfsorganisationen.

Im Zuge des zunehmenden Impffortschritts sind in den letzten Tagen auch mehrere kommunale Testzentren eingestellt worden.