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Pressemitteilungen
06.10.2021

Corona: Neuerungen in der Kontaktpersonennachverfolgung // Gesundheitsamt setzt Fokus auf Infizierte, gefährdete Personen und größere Ausbruchsgeschehen

Derzeit erkranken immer häufiger jüngere Menschen ohne Impfschutz an Corona. Aus diesem Grund hat das Robert-Koch-Institut auf Bundesebene seine Empfehlungen zur Kontaktpersonennachverfolgung bei Corona-Infektionen angepasst. Das Land Baden-Württemberg hat eine Aktualisierung der Corona-Verordnung Absonderung vorgenommen. Für die Gesundheitsämter gilt ab sofort ein neues landesweites Konzept zur Kontaktpersonennachverfolgung. Damit können die Gesundheitsämter Schwerpunkte setzen und ihre Kräfte besser bündeln.

Vor allem für die Kontaktpersonen wurden die Einschränkungen gelockert. Eine regelmäßige Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter erfolgt künftig daher nicht mehr regelmäßig, sondern nur noch bei größeren Ausbruchsgeschehen oder wenn im Besonderen vulnerable Gruppen betroffen sind. Auch in den Schulen wird bei Auftreten vereinzelter Corona-Fälle in aller Regel der Unterricht weiter ermöglicht und nur bei größeren Ausbrüchen mit höheren Fallzahlen eine Quarantäne angeordnet. Bei der Einschätzung ob eine Quarantäne verordnet werden muss, orientiert sich das Gesundheitsamt an den Vorgaben der Corona-Verordnung sowie den Empfehlungen des Landesgesundheitsamtes.

In enger Kooperation mit den Schulen oder Kindergärten wird das Infektionsgeschehen beobachtet und bewertet. Erst wenn mehrere Kriterien erfüllt sind und sich ein relevantes Ausbruchsgeschehen abzeichnet, wird eine Quarantäne-Anordnung ausgesprochen. Oberstes Ziel ist die Offenhaltung der Schulen und Kindergärten. „Wir bitten daher um Vertrauen, dass das Gesundheitsamt die bestmögliche Risiko-Abwägung vornimmt. Dies wird im Zweifel nicht immer jedem Einzelfall gerecht“, bittet Sozialdezernent Bernd Mager um Verständnis.

Bisher war bei der Bewältigung des Infektionsgeschehens eine umfassende Kontaktpersonennachverfolgung durch die Gesundheitsämter von zentraler Bedeutung, um die Pandemie zu kontrollieren und die Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Durch die Öffnungsschritte haben Corona-Infizierte deutlich mehr Kontakte, was einen erhöhten Ermittlungsaufwand für die Gesundheitsämter bedeutet. Eine zunehmende Anzahl der ermittelten Kontaktpersonen ist geimpft oder genesen und unterliegt keiner Quarantänepflicht mehr. Mit der Fokussierung auf Ausbruchsgeschehen, den Schutz gefährdeter Personengruppen und Orte mit hoher Übertragungswahrscheinlichkeit sind auch die aktuell sehr hohen Fallzahlen zu bewältigen.

Nicht-immunisierte Haushaltskontakte müssen weiterhin in jedem Fall in Quarantäne, da aufgrund der Enge des Kontaktes und der hohen Übertragbarkeit der Delta-Variante innerhalb eines Haushalts ein hohes Übertragungsrisiko herrscht. Ausnahmen gibt es für alle Immunisierten. „Nur bei einer hohen Impfbeteiligung werden wir die derzeitigen Lockerungen aufrechterhalten und eine Überlastung der Gesundheitssysteme vermeiden können, jede Impfung zählt“, erklärt Mager. „Außerdem möchten wir Bürgerinnen und Bürger darüber informieren, dass es keinen Anlass zur Sorge gibt. Künftig werden wir Personen, die einen bestätigten Corona-Fall im persönlichen Umfeld hatten nicht mehr anrufen“, so Mager weiter.