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Pressemitteilungen
21.05.2021

Corona Wochenbericht KW 20 // Inzidenzwert sinkt auch im Landkreis Tuttlingen weiter

Der Landkreis Tuttlingen kann etwas aufatmen. Erst heute verkündete Landrat Stefan Bär in seiner wöchentlichen digitalen Pressekonferenz, dass die Fallzahlen weiter sinken und sich der Inzidenzwert stabil unter 150 einpendelt. „Die Erleichterung steht meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch mir ins Gesicht geschrieben“, eröffnet Bär die heutige Konferenz. „Es liegen schwierige Wochen hinter uns und die bevorstehenden Lockerungen geben uns allen Hoffnung, dass es bergauf geht.“ Heute hat das Landratsamt Tuttlingen 22 neue positive Fälle zu verzeichnen und weist damit einen Inzidenzwert von 121 auf. Die rückläufigen Zahlen spiegeln auch die Situation im Klinikum wieder. Wurden gestern noch 16 Patient*innen im Klinikum stationär behandelt, so sind es bereits heute nur noch 10 Patient*innen, davon werden zwei auf der Intensivstation beatmet. Die Situation in den Rehaeinrichtungen und Pflegeheimen ist seit Monaten schon auf einem stabilen Niveau. Bewohner*innen sind überhaupt nicht mehr infiziert, allerdings sind in insgesamt 6 Einrichtungen unter der Belegschaft 10 Mitarbeiter*innen, die positv sind. Was nach wie vor für Unbehagen sorgt ist, dass sich das Ausbruchsgeschehen nicht auf einige wenige Gemeinden konzentriert, sondern trotz der sinkenden Infektionszahlen relativ viele Gemeinden betroffen sind. Außerdem korrigierte Bär falsche Angaben bei der Inzidenzmeldung des LGA. Nach der Übertragung der Daten gab es bei der Weiterverarbeitung Netzwerkprobleme, so dass fäschlicherweise für gestern eine Inzidenz von 87 veröfffentlicht wurde.

Lockerungen für Schulen, Kitas und Ladengeschäfte

Auf den Landkreis Tuttlingen warten nach den Pfingstfeiertagen und Ferien wichtige Lockerungen im Bereich der Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie im Bereich des Einzelhandels. Nach der Unterschreitung des maßgbenden Schwellenwertes von 165 kann es für die Schulen nach den Ferien am 6. Juni im Wechselunterrichtsmodell weitergehen, vorausgesetzt die Inzidenzzahlen bleiben in den beiden nächsten Wochen unter diesem Wert. Kindertageseinrichtungen können bereits nach den Pfingstfeiertagen ab dem 25. Mai wieder in den Regelbetrieb übergehen. Die Testpflicht in den Kitas gilt noch bis zum 31. Mai und soll aus heutiger Sicht bei gleichbleibenden Inzidenzzahlen nicht mehr verlängert werden. Allerdings werden weiterhin freiwillige Tests in den Einrichtungen empfohlen und durch die Träger organisiert. Auch Selbsttestungen zuhause werden ab dem 01. Juni akzeptiert, die dabei notwendigen Kosten müssen von den Eltern getragen werden. Auf diese Regelungen verständigten sich die Bürgermeister*innen in dieser Woche.

Bereits ab Dienstag, dem 25. Mai ist es dem Einzelhandel gestattet vom Click & Collect-Verfahren auf das Click & Meet-Verfahren umzustellen. Laut Infektionsschutzgesetz ist „Click & Meet“ möglich, wenn die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt stabil unter 150 liegt. Dafür muss dieser Wert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten sein. Samstage zählen als Werktage. Sonn- und Feiertage werden nicht gezählt, unterbrechen die Zählung der maßgeblichen Tage allerdings auch nicht. Maßgeblich für die Corona-Maßnahmen ist die 7-Tage-Inzidenz, die das RKI für die Land- und Stadtkreise ausweist. Die Inzidenz des Landkreises Tuttlingen liegt seit Dienstag, dem 18. Mai unter 150 (RKI). Am Samstag, dem 22. Mai erfolgt die offizielle Feststellung einer stabilen Inzidenz von unter 150 durch das Gesundheitsamt. Danach wäre das Terminshopping am übernächsten Tag möglich. Zu beachten sind die öffentlichen Bekanntmachungen am Samstag auf der Internetseite des Landkreises. Wenn „Click & Meet“ nach Pfingsten wieder erlaubt ist, müssen Kundinnen und Kunden und der Einzelhandel folgendes beachten: Es darf nicht mehr als ein Kunde pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche gleichzeitig im Ladengeschäft anwesend sein. Die Einzeltermine sind zeitlich zu begrenzen und es müssen die Kontaktdaten der Kunden sowie der Zeitraum des Aufenthalts erhoben werden. Die Kundin oder der Kunde muss ein negatives Ergebnis eines anerkannten Corona-​Tests vorweisen können, das nicht älter als 24 Stunden ist. Gemäß § 3 COVID-​19-​Schutzmaßnahmen-​Ausnahmenverordnung sind geimpfte und genesene Personen (Nachweis erforderlich) den Personen mit negativem Testergebnis gleichgestellt.

Impfen geht weiterhin nur stockend voran

Mit gleich gleich zwei Sonderaktionen wurde der Landkreis Tuttlingen im Rahmen der Modellvorhaben des Landes bedacht. Bereits am 18. Mai konnte die Aesculap AG ihre drei selbst organisierten Impfstraßen in Betrieb nehmen. Unter der Leitung des Betriebsarztes werden insgesamt 1.200 Mitarbeiter*innen geimpft. Weiter werden am 21. + 22. Mai im Rahmen des Projekts des „Sozialen Impfens“ über 400 Menschen in Tuttlingen und am 27. Mai noch einmal 200 weitere Menschen in Trossingen geimpft. „Insgesamt konnten hier noch einmal 1800 zusätzliche Impfdosen für unseren Landkreis gesichert werden“, konstatiert der Landrat. „Positiver Nebeneffekt ist, dass diese Impfdosen vor allem Kreisbewohnern zu Gute kommen.“

So erfreulich diese Sonderaktionen dank der Unterstützung des Landes waren so unbefriedigend verläuft die Versorgung des KIZ. Bei weiterhin stagnierenden Mengen, die teilweise für die kommenden Wochen auch noch gekürzt wurden, können aus heutiger Sicht für die KW 22 keine neuen Termine für Erstimpfungen vergeben werden, da die verfügbaren Dosen alle für die vorrangigen Zweitimpfungen verwendet werden müssen. Die vom Bund angekündigte „Impfschwemme“ ähnelt aktuell einem Rinnsal. Abzuwarten bleibt, wie viel Impfstoff den Betriebsärzten im Landkreis zur Verfügung stehen wird, wenn sie ab dem 7.6. mit dem Impfen in den Berieben beginnen können.

Landkreis strebt die Unterschreitung der 100er Marke an

Die stetig sinkenden Fallzahlen machen Hoffnung, dass auch schon bald in Tuttlingen weitere Öffnungsschritte möglich sein können. „Unser Ziel muss es sein, dass wir schon kommende Woche die Inzidenz von 100 unterschreiten, damit auch die Gastronomie und Hotellerie von den Lockerungen profitieren und in das Saisongeschäft einsteigen können“, so Bär. Um die bevorstehenden Öffnungen von Gastronomie und Gewerbe zu unterstützen möchte der Landkreis außerdem das kreisweite Schnelltestangebot weiter ausbauen. Aktuell können sich Bürger*innen an überwiegend von den Gemeinden organsisierten ca. 50 Stellen im Landkreis testen lassen. Künftig soll zumindest punktuell das Angebot auch an den Wochenenden wahrgenommen werden können. Trotz vieler positiver Botschaften und einem deutlichen Aufwärtstrend mahnt der Landrat nach wie vor zur Vorsicht. „Wir sind mit einer Inzidenz von 121 eben noch nicht über dem Berg. Bei aller Vorfreude dürfen wir in unserem disziplinierten Verhalten noch nicht nachlässig werden. Wenn es uns gelingt, dass wir noch etwas Ausdauer aufbringen und durchhalten, dann sind wir absolut auf dem richtigen Weg - und das sollte unser gemeinsames Ziel sein.“