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Pressemitteilungen
28.05.2021

Corona Wochenbericht KW 21

Inzidenz seit März erstmals wieder unter 100

Die Fallzahlen im Landkreis Tuttlingen sanken am Mittwoch, dem 26. Mai, auf eine Inzidenz von 89 und damit erstmalig wieder unter einen Wert von 100. Doch die Corona-Situation im Landkreis Tuttlingen lässt sich trotz fallender Zahlen derzeit noch nicht als entspannt bezeichnen. Am Donnerstag und Freitag kratzt die Inzidenz mit Werten von 95 und 97 erneut an der 100er Marke. Bei einem Wert über 100 greift die sogenannte „Bundesnotbremse“, die der CoronaVO des Landes vorsteht. Im Landratsamt beobachtet man die aktuellen Entwicklungen mit Sorge. 

Heute, am Freitag, dem 28. Mai, sind 24 neue positive Fälle zu verzeichnen. Mit einer Inzidenz von 97 touchiert der Landkreis somit die 100er Marke und reiht sich im landesweiten Vergleich hinter dem Spitzenreiter Zollernalbkreis ein, der mit einem Inzidenzwert von 106 vorn liegt. Die Situation im Klinikum Tuttlingen hat sich indes weiter stabilisiert, die Zahlen der Covid19-Patient*innen sind rückläufig. Von insgesamt 9 Covid-Patient*innen werden lediglich noch zwei auf der Intensivstation beatmet. Seit Wochen schon gelingt es den Reha- und Pflegeeinrichtungen, die Rate der Corona-Neuinfektionen auf sehr niedrigem Niveau zu halten. Bewohner*innen sind überhaupt nicht mehr infiziert und auch Todesfälle sind keine mehr zu verzeichnen. Lediglich innerhalb der Belegschaft gibt es Neuinfektionen auf sehr niedrigem Niveau (aktuell sind 7 Mitarbeiter*innen infiziert). Weiterhin für Unbehagen sorgt ein diffuses Ausbruchsgeschehen. Trotz sinkender Zahlen sind Stand heute erneut 11 Gemeinden betroffen. Inzwischen konnte das Gesundheitsamt rund 10 Ausbruchsgeschehen in Betrieben lokalisieren. Hier sind ca. 3-6 Mitarbeiter*innen infiziert, die entweder das Virus von der Familie in den Betrieb oder vice versa getragen haben. Diese Form des Ausbruchsgeschehens zieht folglich eine Reihe weiterer Fälle nach sich. In Sachen Impfungen haben zusätzliche Impfaktionen den Landkreis Tuttlingen ein gutes Stück voran gebracht. Insgesamt verzeichnet das KIZ bis heute 77.257 Erst- und Zweitimpfungen. Im Besonderen die Aktionen „Impfen in Betrieben“ (Aesculap AG) und das „Soziale Impfen“ in Tuttlingen und Trossingen sind diesmal explizit Bürger*innen des Landkreises Tuttlingen zu Gute gekommen. Nach wie vor bedauern die Organisatoren, dass es an Impfstoff fehlt. Impfstoff, egal von welchem Hersteller, wird auch im Juni Mangelware sein, weshalb vor allem kaum noch Termin für Erstimpfungen vergeben werden können.

Einzelhandel öffnet schrittweise

Bereits vor Pfingsten stellte das Landratsamt einen Inzidenzwert von unter 150 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen fest. Für den Einzelhandel bedeutet das, dass seit Dienstag, dem 25. Mai, eine Öffnung der Ladengeschäfte möglich ist. Kund*innen haben die Möglichkeit nach Terminvereinbarung die Geschäfte unter bestimmten Voraussetzungen aufzusuchen. Entscheidend ist, dass der Einkauf zeitlich begrenzt ist, Kund*innen sich über die Luca-App oder schriftlich registrieren lassen und sich maximal ein Kunde pro 40 qm im Ladenlokal aufhält. Außerdem ist bei einer Inzidenz zwischen 100 und 150 zusätzlich ein negativer Test vorzuweisen. Einzelhändlern ist es gestattet, selbst Testungen nach Konzept vorzunehmen. Weitere Lockerungen sind für den Einzelhandel erst bei einer Inzidenz unter 100 zu erwarten. Sobald der Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Tagen eine Inzidenz von unter 100 aufweist darf sich ein Kunde auf 40 qm ohne Testkonzept bewegen und zwei Kund*innen pro 40 qm ohne Voranmeldung, jedoch mit Testkonzept.

Gastronomie bringt sich in Stellung

Für die Gastronomen im Landkreis Tuttlingen ist die aktuelle Lage mehr als unbefriedigend. Baldigen Öffnungen stehen die Wirte mit gemischten Gefühlen gegenüber. Das ergab ein Gespräch zwischen Landrat Stefan Bär und den Gastronomen am digitalen runden Tisch, organisiert von Walter Knittel, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Donaubergland. Einerseits wollen Gastronomen und Hoteliers öffnen, um endlich wieder Umsatz zu machen, andererseits sind die Hürden für eine sichere Planung enorm hoch. Um öffnen zu dürfen muss der Inzidenzwert an fünf Tagen in Folge unter 100 liegen. Erst dann erfolgt die offizielle Feststellung durch das Landratsamt. Bereits am Montag, dem 31. Mai könnte es soweit sein, wobei die aktuellen Fallzahlen derzeit eine andere Sprache sprechen. Ungewiss ist, ob Öffnungen schon jetzt dauerhaft möglich sein werden. Würde der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegen, so müsste die Gastronomie ihren Betrieb umgehend wieder einstellen.

Ausweitung des kreisweiten Testangebotes

Inzwischen verfügt der Landkreis Tuttlingen selbst über ein weitreichendes Testangebot in den Gemeinden. An über 50 Stellen haben Bürger*innen die Möglichkeit einen Antigen-Schnelltest durchführen zu lassen. Die offizielle Liste über Testangebote im Landkreis ist über die Internetseite des Landratsamtes einsehbar (https://www.landkreis-tuttlingen.de/Aktuelles/Informationen-zum-Coronavirus/). Um allen Bürger*innen auch am Wochenende die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, hat Landrat Stefan Bär die Bürgermeister*innen gebeten, das bisherige Testangebot auszuweiten und auch Testungen am Wochenende möglich zu machen. Die Gemeinden arbeiten an einer Lösung.

PCR-Testungen: Worauf Urlaubsreisende jetzt achten sollten

Urlaub im Ausland ist trotz Corona auch in diesem Jahr nicht gänzlich unmöglich. Allerdings erwarten Reisende neben individuellen, teils strengen Einreise- und Quarantänevorschriften auch zusätzliche Kosten für Corona-Tests. Einige Länder fordern bei der Einreise derzeit ein negatives Testergebnis, das in der Regel nicht älter als 48 bis maximal 72 Stunden sein darf. In vielen Fällen genügt ein Antigen-Schnelltest nicht, sondern ein PCR-Test ist zur Einreise notwendig. Im Schnitt liegen die Kosten für einen PCR-Test zwischen 70 Euro und 100 Euro. Je nach Dringlichkeit können die Preise jedoch stark abweichen.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Tuttlingen empfiehlt Bürger*innen derzeit auf Reisen in Risikogebiete zu verzichten, denn mit einer Inzidenz von knapp unter 100 ist die aktuelle Corona-Lage im Landkreis Tuttlingen mehr als fragil. Wer dennoch reisen möchte, ist in der Pflicht sich über die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes zu informieren und die geforderten Nachweise zu erbringen. „Die Einreisebestimmungen der einzelnen Länder sind sehr individuell und nicht jedes Land verlangt einen PCR-Test“, erklärt das Gesundheitsamt die aktuelle Lage. Der Landkreis Tuttlingen selbst hält keine gesonderten Teststellen für Urlauber vor. Aufgabe der Ärzte ist es, sich um die Gesundung kranker Menschen zu kümmern und das Abstrichzentrum in Spaichingen dient vordringlich dazu, Personen zu testen, die im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung von Infizierten benannt werden oder Krankheitssymptome haben. Für Reisende besteht in der Regel die Möglichkeit, sich am Flughafen testen zu lassen oder aber ggf. eine Testung durch den jeweiligen Reiseveranstalter organisieren zu lassen. Einige Reiseanbieter bieten für Kunden und Nicht-Kunden PCR-Tests an. Auch Labore und private Anbieter führen Testungen auf Wunsch durch und rechnen direkt mit dem Kunden ab. Das Landratsamt weist darauf hin, dass Bürger*innen auch die Rückreise nach Deutschland im Blick haben sollten.

Laut Bundesgesundheitsministerium werden die Kosten nach der Einreise aus einem Risikogebiet, Hochinzidenz- oder Virusvarianten-Gebiet nicht übernommen. Dies gilt sowohl für den verpflichtenden Test bei der Einreise als auch für freiwillige Tests zur vorzeitigen Beendigung der Quarantäne. Grundsätzlich werden die Kosten für einen PCR-Test nur dann übernommen, wenn ein Arzt oder das Gesundheitsamt dazu raten. Dazu müssen bestimmte Kriterien wie typische Krankheitssymptome oder der Kontakt mit Infizierten gegeben sein.