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Pressemitteilungen
23.09.2016

Feuerwehren erhalten modernste Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten

Landkreise Tuttlingen und Schwarzwald-Baar-Kreis investieren 2,5 Mio. Euro in neue Ausbildungsstätte für Atemschutzgeräteträger. Am Samstag, 8. Oktober 2016 kann das Atemschutzzentrum von 10 bis 16 Uhr bei einem Tag der offenen Tür von jedermann besichtigt werden.

Wenn Feuerwehrleute bei Bränden im Inneren von Gebäuden Feuer bekämpfen oder gar Menschen aus giftigem Rauch retten, sind die Anforderungen enorm. Eine weitreichende und immer wiederkehrende Aus- und Fortbildung ist zwingend notwendig. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür sind geeignete Übungsmöglichkeiten in einer Atemschutzübungsanlage.

Das neu errichtete gemeinsame Atemschutzzentrum des Landkreises Tuttlingen und des Schwarzwald-Baar-Kreises ist nach rund einem Jahr Bauzeit jetzt kurz vor der Fertigstellung. Es beinhaltet eine Kriech- und Orientierungsstrecke mit Übungsgeräten sowie die zugehörige besondere Haustechnik. Darüber hinaus bestehen neue, weit umfangreichere Möglichkeiten zur Ausbildung. So existiert erstmalig ein sogenannter Zielraum. In diesem Raum ist eine Wohnung mit mehreren Räumen, Möbeln und Einrichtungsgegenständen nachgebildet. Die Feuerwehrleute trainieren hier ohne jede Sicht das richtige und vor allem sehr zeitkritische Suchen und Retten von Menschen aus verrauchten Bereichen.

Eine in ganz Baden-Württemberg einmalige Besonderheit bildet eine angeschlossene so genannte Brandübungsanlage. Diese besteht aus zwei Schiffscontainern und bietet die Möglichkeit realitätsnaher, heißer Brandbekämpfungsübungen an gasbefeuerten Brandstellen. Die hieraus gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse steigern neben den Kenntnissen zur richtigen Brandbekämpfung auch die Sicherheit der fast ausnahmslos ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen.

Bereits seit 1988 betreiben der Landkreis Tuttlingen und der Schwarzwald-Baar-Kreis gemeinsam eine Atemschutzübungsanlage - bisher am Standort des alten Feuerwehrhauses in Tuttlingen. Das neue Atemschutzzentrum befindet sich neben dem neuen Feuerwehrhaus der Stadt Tuttlingen in der Stockacher Straße. Die gemeinsame Nutzung der Anlage durch die Feuerwehren beider Landkreise bewirkt eine besonders hohe Auslastung und reduziert die Ausgaben. Beide Landkreise beteiligen sich mit 50 Prozent an den Kosten. Auch das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 650.000 Euro.

Die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren umfasst nicht nur eine einmalige Einweisung, sondern auch verpflichtend jährliche Wiederholungsübungen. Diese finden statt, um den besonderen körperlichen und fachlichen Anforderungen gerecht zu werden. Außerdem ist so eine wiederkehrende Kontrolle der Leistungsfähigkeit gewährleitet. Jährlich sind rund 700 Feuerwehrangehörige aus dem Landkreis Tuttlingen und rund 1.000 aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis zur Fortbildung in der Atemschutzübungsanlage.