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Pressemitteilungen
04.10.2021

Generationenwechsel im Landratsamt

Die neue Amtsleiterin des Veterinäramtes Dr. Julia Eckert stellt sich vor

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Dr. Julia Eckert

Name: Dr. med. vet. Julia Eckert

Alter: 48

Geburtsort: Böblingen

Familienstand: in festen Händen

In welchem Bereich waren Sie zuvor tätig und was waren Ihre Hauptaufgabengebiete? Warum sind Sie Tierärztin geworden?

Nach dem Studium habe ich im Rahmen einer Doktorarbeit an der Universität Hohenheim vier Jahre im Bereich Genetische Krankheitsresistenz bei Tieren geforscht. Anschließend habe ich im Jahr 2004 meine erste Stelle als Amtstierarzt im Rhein-Neckar-Kreis angetreten. Dort arbeitete ich im Bereich Lebensmittelüberwachung und Fleischhygiene; ein Bereich, den ich auch weiter betreute, als ich 2006 an meine nächste Stelle im Ostalbkreis wechselte. Das Jahr 2011 verbrachte ich im Rahmen einer Abordnung am Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) und gleich darauf wurde ich für ein halbes Jahr als nationale Expertin nach Brüssel zur Europäischen Kommission entsandt. Von den gewonnenen Perspektivwechseln profitiere ich sehr. Zuletzt betreute ich als Sachgebietsleiterin den Bereich Veterinärwesen mit dem Schwerpunkt Tiergesundheit im Ostalbkreis und bekleidete kommissarisch die stellvertretende Amtsleitung. Tierärztin? Das ist doch der Traumberuf eines jeden kleines Mädchen! Meine Begeisterung für Natur und Tiere wurde mir zusammen mit einer gehörigen Portion Neugierde in die Wiege gelegt. Da war das Studium naheliegend. 

Warum haben Sie sich als Amtsleiter beim LRA beworben? Was reizt Sie an der amtstierärztlichen Tätigkeit?

In meinen siebzehn Jahren als Amtstierärztin habe ich viel Erfahrung gesammelt, sowohl fachlich als auch im Umgang mit Kollegen, Tierhaltern und Lebensmittelunternehmern. Zu den Stationen in meinem Werdegang gehören auch die kommissarische Amtsleitung und die kommissarische Stellvertretung über längere Zeiträume; so bin ich nach und nach in die Personalverantwortung reingewachsen und meine Bewerbung auf eine Amtsleitung war einfach der nächste Schritt. Ausschließlich positive Gründe sprechen für meine geographische Veränderung Richtung Tuttlingen: eine anspruchsvolle, berufliche Tätigkeit und privat bin ich angekommen. Die amtstierärztliche Tätigkeit gehört für mich zu den abwechslungsreichsten Aufgaben. Es überrascht mich immer wieder, wie vielfältig das Aufgabenfeld eines Amtstierarztes ist. Vor allem die zahlreichen Rechtsänderungen halten meine Kollegen und mich ganz schön auf Trab. Häufig agieren wir als Vermittler zwischen verschiedenen Interessensgruppen; da ist es wichtig, dass wir sowohl fachlich und rechtlich solide arbeiten, aber auch das notwendige Fingerspitzengefühl mitbringen und Standhaftigkeit beweisen. 

Welchen Anspruch haben Sie an die Position eines Amtsleiters? Worin begründet sich Ihr Bestreben und welche Herausforderungen wollen Sie zeitnah anpacken?

Ein Veterinäramt funktioniert nur im Team. Meine Mitarbeiter sollen für gute Arbeit auch Wertschätzung erfahren und alle Unterstützung bekommen, die sie dafür brauchen. Nach Außen möchte ich, dass wir im Besonderen als Ansprechpartner wahrgenommen werden, der Hilfe leistet und nicht nur als Überwachungsorgan in Erscheinung tritt. Als unmittelbares, internes Projekt steht bei uns die Digitalisierung mit der Einführung der E-Akte ins Haus. Außerdem möchte ich die Erarbeitung eines Landkreis-angepassten ASP-Bekämpfungskonzeptes weiterführen, das unter meinem Vorgänger schon in Angriff genommen wurde.

Welchen Ausbildungsweg haben Sie zurückgelegt?

Nach dem Abi war ich ein Jahr an einem College in England, dann folgten das Studium der Tiermedizin an der tierärztlichen Hochschule Hannover, Forschung und Promotion im Bereich genetische Krankheitsresistenz, 2004 erste Stelle als Amtstierarzt, 2007 Absolvierung des Staatskurses für den amtstierärztlichen Dienst. 

Von Haus aus sind Sie Tierärztin. Als Amtsleiterin werden Sie künftig jedoch nicht nur im Auftrag der Tiere unterwegs sein, sondern verantworten überdies den wichtigen Bereich der Lebensmittelkontrolle. Wo werden Sie hier Schwerpunkte in Ihrer Arbeit setzen?

Auch die Lebensmittelüberwachung ist eine originäre amtstierärztliche Aufgabe, in der ich immer gerne gearbeitet habe. Sie erschließt sich auch ganz logisch aus dem europäischen Konzept „From the stable to the table“ (dt. „vom Stall bis zur Ladentheke“), das heißt, dass die Voraussetzungen für ein gesundes und sicheres Lebensmittel schon im Stall geschaffen werden und nicht erst in der Küche. So unterscheiden sich die Ziele und Schwerpunkte nicht wesentlich von denen unserer anderen Arbeitsbereiche: Anforderungen müssen transparent kommuniziert, Kontrollen fair und mit Respekt durchgeführt und Maßnahmen angemessen sein. 

Welche Eigenschaft zeichnet Sie im Besonderen aus? Als Mensch und als Führungskraft?

Man spricht mir die Fähigkeit zu ausgleichend und vermittelnd zu wirken und Sachverhalte allgemeinverständlich darstellen zu können.  Zusammen mit einer positiven Grundhaltung meinen Mitmenschen gegenüber prägt das meinen Umgang sowohl im privaten Umfeld als auch beruflich als Führungskraft.

Welche Rolle spielen Tiere in Ihrem Privatleben?

Egal ob in freier Wildbahn oder im häuslichen Umfeld, Tiere begeistern mich immer noch und zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Eigene Tiere halte ich derzeit aber nicht.