Direkt zu:
Pressemitteilungen
04.05.2015

Gremien des Landkreises beraten über Zusammenführung der Verwaltung an deren derzeitigem „Hauptsitz“ in der Bahnhofstraße 100 in Tuttlingen

Die Gremien des Landkreises Tuttlingen beraten derzeit die Zusammenführung der Landkreisverwaltung an einem Standort. Platznot in der Bahnhofstrasse 100, mehrere Außenstellen, ein schlechter Zustand der größten Außenstelle des Landratsamtes in der Alleenstraße und eine nur noch begrenzte Lebensdauer der Schnellbauten in der Bahnhofstrasse 100 erfordern eine Neuaufstellung der Verwaltung.

Bisher sind die Mitarbeiter des Landratsamtes neben ihrem Hauptsitz in der Bahnhofstraße 100 aus Platzgründen auf insgesamt 9 Außenstellen in Tuttlingen und das Forstamt in Wehingen verteilt. Eine weitere Außenstelle kommt Anfang nächsten Jahres dazu. „In unserem Haus in der Bahnhofstrasse 100 sind wir mit ständiger Platznot konfrontiert. Die dadurch zunehmende Anzahl an Außenstellen entspricht nicht dem Selbstverständnis eines bürgerfreundlichen Dienstleisters. Die Außenstellen erfordern nicht nur einen organisatorischen Zusatzaufwand, sondern für die Außenstellen sind mittelfristig auch deutlich höhere Mieten zu erwarten“, so Landrat Stefan Bär zu den laufenden Überlegungen, die Verwaltung zusammenzuführen. Weitere Außenstellen wie Deponiebetrieb, Forstrevierleiter, Freilichtmuseumsverwaltung und Straßenmeisterei müssen von ihrer Aufgabenstellung her dezentral bleiben.

Seit 1993 das Landratsamt neu gebaut wurde, kamen durch zusätzliche Aufgaben 350 Mitarbeiter dazu, die in Außenstellen untergebracht sind. Die bei Inkrafttreten der Verwaltungsreform als Übergangslösung eingerichteten Schnellbauten in der Bahnhofstrasse 100 nähern sich der Grenze ihrer Lebensdauer und müssen mittelfristig ersetzt werden.

Zusätzlich zu dieser ohnehin schon nicht einfachen Lage befindet sich das vom Land angemietete „alte Landratsamt“ in der Alleenstraße in einem schlechten Zustand. Das Land stellt die für dringende Instandsetzungen erforderlichen Mittel nicht in der benötigten Höhe zur Verfügung, sondern setzt darauf, Gebäude, die es für die eigene Aufgabenerfüllung nicht mehr benötigt, zu veräußern. Rd. 100 Mitarbeiter der Landkreisverwaltung sind dort untergebracht.

Aufgrund dieser Rahmenbedingungen hat sich der Kreistag schon vor einigen Jahren mit Erweiterungsfragen beschäftigt und den Auftrag erteilt Überlegungen zur Zusammenführung anzustellen. In den zurückliegenden Monaten wurden verschiedene Überlegungen zum Raumprogramm angestellt. Letztlich kommt nur eine mittlere Lösung von rd. 16 Mio. EUR in Frage, wobei die genaue Größe des Raumprogrammes erst nach einer Organisationsuntersuchung festgelegt werden kann.

Die Kreisverwaltung hat die Entwicklung der finanziellen Belastung der verschiedenen Varianten auf den Kreishaushalt intensiv geprüft. Die Berechnungen haben ergeben, dass es angesichts des derzeit historisch günstigen Zinsniveaus die finanziell günstigste Variante wäre, wenn der Landkreis selbst baut und die Investition klassisch über Kredite finanziert. „Diese Alternative halten wir aber für nicht tragbar, da dem Landkreis durch einen hohen Schuldenstand für die Zukunft jegliche Möglichkeit verbaut wäre, auf neue Herausforderungen reagieren zu können. Genauso wenig wirtschaftlich wäre aus unserer Sicht ein dauerhaftes Festhalten an den bestehenden Mietverhältnissen. Zu berücksichtigen ist, dass beim Erwerb von Eigentum nach 20 Jahren die finanzielle Belastung aus dem Schuldendienst wegfällt während die Mietzahlungen dauerhaft erhalten bleiben. Unter Einbeziehung aller Faktoren sehen wir einen Mietkauf als wirtschaftlichste Lösung“, so Landrat Stefan Bär. Beim Mietkauf werden die Investitionskosten von einem Investor vorfinanziert. Der Landkreis kann aber sowohl in der Planungs- und Bauphase, aber vor allem auch während der Nutzung eigenständig wie ein Eigentümer entscheiden. Für den Landkreis fallen jährliche Zahlungen in Höhe von knapp einer halben Mio. EUR an den Leasinggeber an. Dadurch ist die Belastung für den Landkreis nur unwesentlich höher als bei der Eigenfinanzierung. Der Mehrpreis ist der Preis für den weiterhin verbleibenden Spielraum für andere Aufgaben. Zudem fließen die Mittel des Landkreises in die Bildung von Eigentum und nicht wie bisher in „verlorene“ Mietzahlungen.

Durch die Erweiterung am jetzigen Standort wird sich das Parkaufkommen durch Mitarbeiter und Besucher erhöhen, deshalb sollen auch zusätzliche Parkplätze angeboten werden. Eine Möglichkeit wäre ein benachbartes Grundstück. Diesbezüglich sind wir in Gesprächen mit der Stadt.