Direkt zu:
Pressemitteilungen
03.11.2021

Kooperationsvereinbarung zum Weiterbildungsverbund »Allgemeinmedizin Landkreis Tuttlingen« unterzeichnet

Großes Bild anzeigen
(v.li.n.re.) Dr. med. Michael Kotzerke (Ärztlicher Direktor/Chefarzt Medizinische Klinik I, Klinikum Tuttlingen), Doctor-medic Matthias Szabo (Facharzt für Chirurgie, Vorstand der Ärzteschaft Landkreis Tuttlingen), Dr. med. Sebastian Freytag (Geschäftsführer Klinikum Tuttlingen), Dr. med. Johannes Fechner (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KVBW), Prof. Dr. Andy Maun (Direktor des Insituts für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg), Dr. med. Martina Bischoff (Kompetenzzentrum Weiterbildung Baden-Württemberg), Dr. med. Sabine Härdtle (Fachärztin für Allgemeinmedizin und Neurologie), Dr. med. Paula Hezler-Rusch (Präsidentin Bezirksärztekammer Südbaden), Dr. med. Jürgen Schmidt (Chefarzt Medizinische Klinik II, Klinikum Tuttlingen), Dr. med. Ulrich Voshaar (Vizepräsident der Bezirksärztekammer Südbaden), Bernd Mager (Sozialdezernent Landratsamt Tuttlingen), Carina Dettinger (Projektkoordinatorin Gesundheitszentrum Spaichingen, Landratsamt Tuttlingen), Sylvia Broschk (Geschäftsführung Kommunale Gesundheitskonferenz, Landratsamt Tuttlingen).

Im Vergleich zu anderen Landkreisen in Baden-Württemberg liegt der Landkreis Tuttlingen im Bereich der hausärztlichen Versorgung deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Hinzu kommt, dass die im Landkreis tätigen Hausärztinnen und Hausärzte im Schnitt älter als ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Landkreisen sind. Unter dem Vorzeichen demografischer Entwicklungen und einem sich zuspitzenden Ärztemangel engagieren sich eine Reihe niedergelassener Ärztinnen und Ärzte seit dem Jahr 2013 mit Unterstützung der Stadt Tuttlingen als DonauDocs. Die DonauDoc-Initiative hat zum Ziel, neue und junge Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin mit einer Niederlassungsplanung für den Landkreis Tuttlingen zu gewinnen. Eine Reihe neuer Kolleginnen konnte bereits für die Region gewonnen werden. „Inzwischen ist es zu einer spürbaren Verjüngung der Ärzteschaft gekommen, andererseits fehlt es aber noch an Kolleginnen und Kollegen“, erklärt Dr. Sabine Härdtle. 

Um die Zukunft der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zu sichern haben sich Landkreis, Klinikum, die Stadt Tuttlingen und die Initiative DonauDocs mit zahlreichen weiteren niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammengeschlossen und sich auf eine proaktive, verstärkte Kommunikation und Bewerbung vereinbart. Mit der nun getroffenen „Kooperationsvereinbarung Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Landkreis Tuttlingen“ sichern die unterschreibenden Akteure künftig weiterzubildenden Ärzten eine gegenseitige, flexible und zuverlässige Zusammenarbeit zu, die auf Kooperation und nicht auf Konkurrenz setzt. Eine starke Vernetzung soll interessierten Ärztinnen und Ärzten das Ankommen im Landkreis Tuttlingen erleichtern und eine qualitativ hochwertige Weiterbildung garantieren. 

Schon zu Beginn seiner Weiterbildungszeit erhält der Arzt in Weiterbildung das Versprechen auf eine zwischen stationärem und ambulantem Bereich exakt koordinierte Weiterbildung. Bei diesem Modell handelt es sich um das erste derartige Weiterbildungskonzept im KV-Bezirk Südbaden. Das Konzept, das Weiterbildungsangebot für Allgemeinmediziner auch für Fachärzte anderer Fächer zu öffnen, ist in Baden-Württemberg einmalig. 

Die Kooperationsvereinbarung wurde feierlich am 26. Oktober 2021 bei der Bezirksärztekammer in Freiburg im Breisgau geschlossen und zwischen den gewählten Vertretern der Ärzteschaft des Landkreises Tuttlingen (Dr. Matthias Szabo, Dr. Sabine Härdtle) und den Verantwortlichen des Klinikums (Ärztlicher Direktor und Chefarzt Dr. Michael Kotzerke, Chefarzt Dr. Schmidt und dem Geschäftsführer Dr. Freytag) unterschrieben. 

Der Vorsitzende der Ärzteschaft Landkreis Tuttlingen, Dr. Matthias Szabo, betonte: „Insbesondere durch die Riesenvorarbeit der DonauDoc-Initiative und das persönliche Engagement von Dr. Michael Kotzerke und dem Klinikum ist die Gründung des Weiterbildungsverbundes heute möglich.“ Er ergänzt stolz: „Das Gelingen einer solchen Kooperation hängt stark von den Persönlichkeiten aller Beteiligten ab. Persönliche Beziehungen, gegenseitiges Vertrauen und ein guter Austausch zeichnen die Zusammenarbeit im Landkreis Tuttlingen besonders aus.“ Szabo vergleicht den Weiterbildungsverbund mit einem Puzzle: „Es braucht viele Menschen, die in diesem Verbund mitmachen und auch zukünftig mitmachen wollen. Wenn dies, wie hier im Landkreis mit Herzblut geschieht, wird die Arbeit im Weiterbildungsverbund sehr erfolgreich werden.“ 

Mit ihrer Beitrittserklärung haben zum heutigen Zeitpunkt 14 hausärztlich tätige Allgemeinärzte und Internisten sowie 9 Fachärzte und 4 Klinikärzte – darunter der chirurgische Chefarzt des Klinikums - ihre Mitarbeit fest zugesagt. „Unser Wunsch ist, dass sich im Laufe der Zeit immer mehr Kolleginnen und Kollegen für das neue Modell des Weiterbildungsverbundes interessieren und sukzessive mit einsteigen“, so Dr. Michael Kotzerke. 

Begleitend erhalten die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung darüber hinaus die Möglichkeit, über das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Baden-Württemberg (KWBW) berufsbegleitend und unter Federführung der vier baden-württembergischen Universitäten mit allgemeinmedizinischem Lehrstuhl umfassende Einblicke in benötigtes Wissen für die Tätigkeit als Arzt für Allgemeinmedizin zu erwerben. 

Die Entstehung dieser Kooperation wurde seitens der Ärztekammer Südbaden (Präsidentin Dr. Hezler-Rusch und dem Geschäftsführer Dr. Bürkle), dem KWBW (Dr. Bischoff) und dem Institut Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Prof. Dr. med. Maun) unterstützt und begleitet. 

„Wir sind sehr zuversichtlich, mit diesem bislang einzigartigen Konzept nun auch vermehrt überregional werben zu können und so noch mehr junge Ärztinnen und Ärzte für die Tätigkeit im Landkreis Tuttlingen gewinnen zu können, um dem nach wie vor bestehenden Hausarztmangel entgegen zu treten“, zeigt sich Sozialdezernent Bernd Mager über das Ergebnis der heutigen Veranstaltung erfreut.