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Pressemitteilungen
15.09.2016

Landkreis Tuttlingen wird Fairtrade-Kreis!
Offizielle Auszeichnung am 16. September 2016

Der Kreistag des Landkreises Tuttlingen hat mit großer Mehrheit beschlossen, an der Fairtrade-Towns-Kampagne teilzunehmen und den Titel „Fairtrade-Kreis“ anzustreben. Über diese Kampagne können sich Städte oder Landkreise weltweit zertifizieren lassen. Der wirtschaftsstarke Landkreis Tuttlingen will damit ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit und Fairness setzen, den Fairen Handel unterstützen und seiner Vorbildfunktion in der Region gerecht werden. „Ich freue mich sehr, dass wir es geschafft haben und danke den beteiligten Mitarbeitern, allen voran Frau Neumeyer, für ihren tollen Einsatz. Wir wollen unser Engagement für den Fairen Handel ausweiten und bis zur Titelerneuerung in zwei Jahren weitere Ideen, die noch in der Schublade schlummern, umsetzen - gemäß dem Motto „Mehr in Fair!“, so Landrat Stefan Bär.

Am 16. September 2016, um 9:30 Uhr, ist es nun soweit - der Landkreis Tuttlingen wird durch TransFair e. V. offiziell als „Fairtrade-Kreis“ ausgezeichnet - zusammen mit dem Gymnasium Trossingen, das den Titel „Fairtrade-School“ erhält.

Die Fairtrade-Kampagne

Das Siegel „Fairtrade“ steht für ökologische, ökonomische und soziale Mindeststandards und ermöglicht so weltweit rund 1,6 Millionen Kleinbauern und Plantagenarbeitern in Entwicklungsländern fairere Arbeits- und Lebensbedingungen.

5 Kriterien auf dem Weg zum Fairtrade-Landkreis

Für die erfolgreiche Fairtrade-Zertifizierung waren fünf definierte Kriterien zu erfüllen:

1. Es liegt ein Kreistagsbeschluss vor, dass bei allen Sitzungen des Kreistages und seiner Ausschüsse sowie im Büro des Landrates Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel (wie Tee, Saft, Gebäck) verwendet wird.

2. Es wird eine Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zum Fairtrade-Landkreis die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik/Verwaltung und Wirtschaft.

3. In den lokalen Einzelhandelsgeschäften, bei Floristen und in Cafés und Restaurants werden mindestens zwei Produkte aus Fairem Handel angeboten. (mind. 24 Händler, mind. 12 Gastronomen)

4. Produkte aus Fairem Handel werden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen verwendet. Darüber hinaus werden jährlich Bildungsaktivitäten zum Thema Fairer Handel umgesetzt.

5. Örtliche Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zum Fairtrade-Landkreis.

Kooperation(en) Fair UND Regional

Der Kreistagsbeschluss des Landkreises Tuttlingen geht über die Mindestanforderungen hinaus und bezieht auch regionale Initiativen in das Fairtrade-Projekt mit ein. Denn faire Produkte stellen keine Konkurrenz zur regionalen bäuerlichen Erzeugung dar, da diese Produkte in der Regel nicht in unserer Region erzeugt werden können. Ganz im Gegenteil - die Verbindung von Fair UND Regional kann sowohl Fairtrade-Produzenten als auch regionalen Erzeugern und damit der Region einen weiteren Mehrwert bringen. Ein Beispiel ist hier der Apfel-Mango-Saft, der zum Erhalt des Streuobstanbaus in der Region Donau-Heuberg beiträgt und philippinische Kleinbauern durch fairen Einkauf von unbehandeltem Mango-Püree unterstützt. Ein weiteres Beispiel ist die Kooperation der Landratsamt-Kantine mit der Lebenshilfe. In der Kantine werden zwei Sorten fairen Kaffees angeboten. Eine Sorte kommt dabei direkt von der Lebenshilfe-Kaffeerösterei und stammt von einer kleinen Kaffeefarm in Mexiko, die damit ein Schulprojekt unterstützt.

Durch die Nutzung und Unterstützung solcher Produkte kann der Landkreis nachhaltig die Region, den Fairen Handel und die langfristige Fairtrade-Zertifizierung unterstützen – zudem wird das Image als fairer und moderner Landkreis glaubhaft nach außen getragen.

Verantwortungsvoller Konsum

Das Konsumverhalten jedes einzelnen hat globale Auswirkungen. Der bewusste Kauf von fairen Produkten wie Schokolade, Kaffee oder Tee kann unsere Welt nachhaltig verbessern und vielen Menschen ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat ermöglichen.

Fair einkaufen und genießen!

Auf der Projekt-Homepage des Landkreises sind die offiziellen Teilnehmer des Projektes aufgelistet. Im gesamten Landkreis gibt es ein riesiges Angebot.