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Pressemitteilungen
08.07.2022

Landrat Stefan Bär lädt Fridays for Future zum Austausch ein

Nachdem die Vertreterinnen der drei Ortsgruppen von Fridays for Future im Landkreis Tuttlingen (Tuttlingen, Trossingen und Spaichingen) im März 2022 ein Forderungspapier an Landrat Stefan Bär überreicht hatten, hat der Landrat die Ortsgruppen erneut zu einem Austauschgespräch gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistags eingeladen.

Im Vordergrund standen diesmal die konkreten Eckpunkte des eingereichten Forderungspapiers. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Thema ÖPNV. Neben dem aktuellen 9-Euro-Ticket und möglicherweise daraus folgenden Auswirkungen und Veränderungen für die Nutzung von Bus und Bahn in der Zukunft, ging es bei der Diskussion auch um die Idee eines modernen „On-Demand-Verkehres“, der laut Bär einige Vorteile mit sich bringe, da eine flächenhafte Bedienung ohne festen Fahrplan und ohne fest vorgegebene Linienführung möglich sei und somit Fahrten gebündelt und Routen optimiert werden könnten. „Bei der Etablierung eines „On-Demand-Verkehres“ wäre zum Beispiel eine bessere Verknüpfung der kleinen Gemeinden im Landkreis denkbar. Hierdurch entstehen ganz neue Möglichkeiten.“

Darüber hinaus diskutierten Landrat Stefan Bär, die Fraktionsvorsitzenden und die Vertreterinnen von Fridays for Future, Felicitas Friedrich (Trossingen) und Tamara Stoll (Spaichingen), auch über die anstehende Tarifreform im Zuge eines regionalen Tarifverbundes sowie über den Ausbau kreisübergreifender Verkehre. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass attraktive Werbemaßnahmen, wie aktuell das 9-Euro-Ticket oder die Stärkung der Jobcard, wichtige Faktoren sind, um den ÖPNV noch attraktiver zu machen und das Ziel der weiteren Fahrgastgewinnung zu erreichen.

Neben der umweltfreundlichen Nutzung des ÖPNV spielt auch die verstärkte Nutzung des Fahrrades eine wichtige Rolle. Der Forderung der Fridays for Future nach Erneuerung und Ausbau des Fahrradweg-Netzes im Landkreis Tuttlingen kann nur in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen nachgekommen werden, in deren Verantwortung letztlich der Ausbau steht. „Um Lücken im Radwegenetz zu schließen, sind wir froh über jede Gemeinde, die den Ausbau der Radwege vorantreibt und unterstützen diese Planungen gerne“, so Landrat Stefan Bär.

Neben der komplexen ÖPNV-Thematik umfasst das Forderungspapier der Fridays for Future auch die Themen nachhaltige Beschaffung, kommunale Wärmeplanung und Ernährung sowie insbesondere eine verbesserte Energiewirtschaft. Landrat Stefan Bär hob hervor, dass sich der Landkreis Tuttlingen bereits seit 2011 erfolgreich am European Energy Award® (eea) beteiligt. Dabei handelt es sich um ein Zertifizierungs- und Managementsystem, das es Kommunen und Landkreisen ermöglicht, die Qualität ihrer Leistungen in den kommunalen energierelevanten Handlungsfeldern systematisch zu erfassen, zu überprüfen und zu bewerten. Zudem war der Landkreis Tuttlingen der erste Landkreis in der Region, der die Stelle eines Klimaschutzmanagers geschaffen hat. Nicht zuletzt hat sich der Landkreis Tuttlingen - mit Beschluss des Kreistages vom 18. Februar 2021 - dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2040 in der Verwaltung weitgehend klimaneutral zu werden.

Über den Austausch mit den Fridays for Future und das Engagement der Ortsgruppen freuen sich Landrat Bär und die Fraktionsvorsitzenden des Kreistags gleichermaßen: „Der Einsatz junger Menschen für die Zukunft unseres Planeten ist ein wichtiges Zeichen und sollte gleichzeitig als Auftrag an die Verantwortungsträger von heute gesehen werden, ihr Denken und Handeln immer wieder zu überprüfen und anzupassen. Gemeinsam müssen wir Wege finden, wie wir alle dazu beitragen können, unseren Planeten zu erhalten und den Klimawandel aufzuhalten“, so Landrat Stefan Bär.

Felicitas Friedrich, Delegierte der Fridays for Future Ortsgruppe Trossingen, betont: "Es ist wichtig, dass die zukünftigen politischen Entscheidungen im Sinne der Bekämpfung der Klimakrise getroffen werden. Der entstandene Dialog mit Landrat Stefan Bär und den Fraktionsvorsitzenden bedeutet einen wichtigen Schritt, um dieses Bewusstsein auch aus der Bevölkerung in die Politik zu tragen. Die Verantwortung für einen gesunden Planeten tragen alle Menschen gleichermaßen. Gleichzeitig ist es wichtig, vertrauensvoll mit den gewählten Entscheidungsträgern diskutieren zu können."