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Pressemitteilungen
07.05.2021

Landrat fordert gerechtere Vergabe von Impfterminen

Die vom Land in dieser Woche erstmalig veröffentlichte Impfstatistik des Landes über die kreisspeizischen Impfquoten macht deutlich, dass es doch teilweise zu erheblichen Verwerfungen zwischen den Landkreisen gekommen ist. 

Der Landkreis Tuttlingen zählt aktuell ca. 141.000 Einwohner*innen und liegt mit einem Anteil von 17,3 Prozent (Erstimpfungen) und 5,3 Prozent (vollständig Geimpfte) deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Insgesamt umfasst die Impfquote landesweit eine Spanne zwischen 11 Prozent der Erstimpfungen in Pforzheim und 31 Prozent der Erstimpfungen im Landkreis Emmendingen. Augenscheinlich ist, dass vor allem die Landkreise, die weiter weg von einem ZIZ liegen, nun auch deutlich schlechtere Werte aufweisen. Bereits bei der Festlegung der Standorte für die ZIZ haben wir eine Benachteiligung der Region beklagt, die sich nun erneut für die Landkreise negativ auswirkt.

Bis zur KW 18 verabreichte man im KIZ Tuttlingen um die 41.000 Impfdosen. Allerdings wurden mehr als 50 Prozent der Impftermine an Personen aus anderen Landkreisen vergeben. Damit ist klar, dass dies zu Lasten der Quoten für den Landkreis Tuttlingen geht. Immerhin wurden mit Stand 6. Mai in 68 Arztpraxen zusätzlich 10.000 Menschen geimpft, die weit überwiegend aus dem Landkreis kommen dürften.

Um das bisherige Ungleichgewicht zwischen den Landkreisen beheben zu können Hat Bär dem Land vorgeschlagen, dass bei der Terminvergabe künftig auch das Kriterium des Wohnortes eine Rolle spielen solle. „Mit einem solchen Filter wäre sichergestellt, dass nur Bewohner aus dem jeweiligen Landkreis zum Zuge kommen würden“, erläutert Landrat Bär seinen Vorschlag. Dieser Filter könnte man befristet mindestens solange einsetzen, bis sich die Impfquoten an einen definierten Durchschnittswert angeglichen haben. Leider wurde dieser Vorschlag zwischenzeitlich vom Land abgelehnt.

Erschwerend hinzukommt, dass durch das Aussetzen des Impfstoffes AstraZeneca die zugewiesene Impfstoffmenge insgesamt reduziert wurde und sich die Vergabe von Terminen somit neuerlich erschwert hat. „Bei uns laufen aktuell viele Zweitimpfungen. Die Termine für die Zweitimpfungen werden bei der Erstterminvergabe zugewiesen“, so Bär. „Wir benötigen also einen deutlich höheren Anteil des BionTech-Impfstoffes für Zweitimpfungen. Dies führt wiederum dazu, dass kaum mehr Termine für Erstimpfungen freigegeben werden können“, beschreibt Bär das derzeitige Dilemma.

Neben seiner Forderung nach mehr Impfstoff für das KIZ Tuttlingen fordert Bär außerdem eine Ausweitung der betrieblichen Impfungen durch die Betriebsärzte. Dies würde Impfungen auch denjenigen Bevölkerungsgruppen zugänglich machen, die möglicherweise mit den bisherigen Zugangswegen ihre Schwierigkeiten hatten. „Gerade diese Zielgruppe können wir aus unserer Sicht über die betrieblichen Impfungen viel besser erreichen“, so der Landrat. „Die Terminvermittlung erfolgt direkt über den Arbeitgeber, sodass hier auch vermeintliche Sprachbarrieren oder andere Hemmnisse keine Rolle mehr spielen dürften.“