Direkt zu:
Pressemitteilungen
14.08.2015

Tierschutz - Veterinäramt löst Pferdehaltung mit 13 Pferden auf

Am 14. August 2015 wurde ein Pferdebestand in einer Kreisgemeinde wegen zahlreicher und anhaltender Tierschutzverstöße vom Veterinäramt des Landratsamts Tuttlingen, unterstützt von Beamten des Polizeipräsidiums Tuttlingen, aufgelöst. Bei wiederholten Überprüfungen durch die Amtstierärzte waren erhebliche Haltungsdefizite festgestellt worden. Die insgesamt 13 Pferde waren in ungeeigneten, viel zu dunklen Ställen mit schlechtem und zum Teil völlig inakzeptablem Entmistungszustand und einem schlechten Stallklima gehalten worden. Das Flächenangebot war ungenügend, damit fehlten ausreichende Bewegungs- und Ausweichmöglichkeiten. Für die Pferde bestanden zahlreiche Verletzungsgefahren wie hervorstehende Nägel und scharfkantige Bleche im Stall oder spitze Holzpfähle auf der Weide, die von den Tierhaltern völlig ignoriert wurden. Durch die dauerhafte Haltung von Hengsten in direktem Kontakt mit Stuten bzw. in der Gruppe mit Stuten waren die Pferde ständigen Stresssituationen ausgesetzt. Die Ernährung der Tiere war oft mangelhaft, weshalb Pferde häufig abgemagert waren. Entsprechend schlecht entwickelt waren auch die jungen Pferde. Die Pflege der Hufe war vernachlässigt. Auch eine angemessene tierärztliche Versorgung wurde nicht durchgeführt. Die Haltungsbedingungen hatten sich trotz der bisherigen Auflagen des Veterinäramts nicht verbessert. Dabei zeigte sich immer mehr, dass auch keinerlei Perspektive dafür bestand - wegen fehlender finanzieller, baulicher, personeller, fachlicher, brandschutztechnischer, maschinentechnischer, sicherheitstechnischer und flächenmäßiger Voraussetzungen.

Den Pferdehaltern war aufgrund der bestehenden Haltungsumstände und der langen Vorgeschichte das Halten und Betreuen von Pferden verboten worden. Ihnen wurde eine Frist gesetzt, bis zu der sie den Pferdebestand selber auflösen sollten. Dieser Anordnung waren sie jedoch nicht nachgekommen, sondern hatten beim Verwaltungsgericht Freiburg einen Antrag auf Aussetzung des Sofortvollzugs gestellt. Nachdem das Verwaltungsgericht diesen abgelehnt hat, wurde der Pferdebestand nun zwangsweise aufgelöst.

Die Pferde sind vorübergehend an einem vom Veterinäramt bestimmten Haltungsort untergebracht. Es ist vorgesehen, die beschlagnahmten Tiere nach eingehender Untersuchung und notwendiger tierärztlicher Behandlung in tierschutzgerechte Haltungen abzugeben. Den bisherigen Haltern wurde die Wiederaufnahme einer Pferdehaltung verboten.